FDP Schlüchtern-Sinntal auf Sommertour: „Wo drückt der Schuh“
Breitenbach. Unter dem Motto „Wo drückt der Schuh“ ist der FDP Ortsverband Schlüchtern-Sinntal auf Sommertour durch heimische Betriebe. Diesmal machten die Liberalen zusammen mit MdL Wiebke Knell und Kreisvorsitzendem Daniel Protzmann Station in Breitenbach am „Weiherhof“ der Familie Uffelmann. Weitere Betriebsbesichtigungen und auch Diskussionsrunden sollen unter eingangs genanntem Motto stattfinden.
500 Milchkühe beherbergt der vor fünf Jahren errichtete Stall der Familie Uffelmann am Ortseingang von Breitenbach, die täglich zweimal gemolken werden und deren Milch in der Schlüchterner Molkerei „Immergut“ weiterverarbeitet wird. Die Nachzucht der Herde verteilt sich auf die übrigen Gebäude des „Weiherhofs“, der 1968 aus dem Dorf ausgesiedelt wurde. Auf rund 450 Hektar Wiesen- und Ackerland wird der Futterbedarf für die insgesamt etwa 1150 Tiere des Hofs gedeckt: „Primär im Umkreis von 5 Kilometern um unseren Betrieb, in Breitenbach, Wallroth und Kressenbach, aber auch in Hohenzell bewirtschaften wir rund 25 Hektar“, erklärt Juniorchef Richard Uffelmann. Morgens und abends melkt die Familie jeweils 40 Kühe in einem Melkkarussel, rund drei Stunden mit drei Personen dauert dann das melken der gesamten Herde – auf Melkroboter habe man bewusst verzichtet.
Die Milchpreise seien derzeit stabil, bedingt auch durch einen Angebotsrückgang durch den Wegfall von Betrieben, der wegen erhöhter Auflagen und Arbeitskräftemangel nicht mehr kompensiert werden könne. Auch habe es im vergangenen Jahr insbesondere durch die sogenannte Blauzungenkrankheit einen Rückgang der Milchleistung in vielen Betrieben gegeben. „Wir konnten unter anderem durch gutes Herdenmanagement und ein gesundes Stallklima unseren Milchertrag stabil halten“, zeigt sich Richard Uffelmann stolz.
Der Betrieb arbeitet außerdem mit einem großen eigenen Maschinenpark, unter anderem eigenen Mähdrescher und Feldhäcksler, was heutzutage eher ungewöhnlich erscheint: „Wir gehen hier zwar ein großes Investitionsrisiko ein, können aber jederzeit sofort in den Einsatz, wenn sich entsprechende Erntefenster ergeben. Zudem haben wir uns einen Stamm an erfahrenen und qualifizierten Fahrern aufgebaut und so bislang gute Erfahrungen gemacht“, erklärt Richard Uffelmann. Wichtig seien hier dann aber auch starke Partner in Sachen Landtechnik vor Ort, die die moderne Technik warten und reparieren.
Uffelmanns Fazit: „Deutschland ist ein Gunststandort. Wir könnten viel mehr Lebensmittel auf unseren Flächen selbst erzeugen, statt sie zu importieren. Das wäre auch klimafreundlicher – ist aber politisch nicht gewollt.“ Und Seniorchef Uwe Uffelmann ergänzt mit nicht ganz ernster Miene: „Solange uns das Hobby noch Spaß macht, machen wir weiter!“ Alexander Klüh, Fraktionsvorsitzender der FDP im Schlüchterner Stadtparlament dankte für die Möglichkeit zur Betriebsbesichtigung: „Ein absoluter Vorzeigebetrieb in unserer Region und Musterbeispiel dafür, wie Mittelständler vor Ort agieren, investieren und gestalten!“